Ganz vorne dabei

Großharbacher bei Europameisterschaft der Berufe

GROSSHARBACH – Herausragende Leistungen lohnen sich und sind Vorzeigebeispiele in jeder Branche – auch im Handwerk. Die Freude und Herausforderung, sich mit anderen erfolgreich im Wettbewerb zu messen, verschafft Stuckateur Alexander Schmidt (21) nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch hohe fachliche Qualifikation.

Alexander Schmidt misst sich mit internationaler Spitze.

Der tüchtige Spross des Familienbetriebes Schmidt, wo er schon als Jugendlicher mit dem Beruf in Berührung kam, gehört als einer der zehn besten Stuckateure in Deutschland zum Bauhandwerker-Nationalteam. Mit einem Preis für besondere Leistungen wurde Alexander Schmidt schon in der Lehrzeit ausgezeichnet. Den Abschluss seiner dreijährigen Ausbildung zum Stuckateur bei der Firma Brückl in Würzburg absolvierte er als Innungsbester der Handwerkskammer. Bei der Ausscheidung zum Landessieger in Nürnberg belegte er den ersten Platz und in Mölln bei dem Wettbewerb auf Bundesebene den zweiten Platz.

Ein weiterer „Kick“ für die Karriere: Alexander Schmidt qualifzierte sich im November 2016 für das Nationalteam der Stuckateure in Nürnberg. Die zehn besten Stuckateure Deutschland sind für zwei Jahre im Team. Die Ausscheidung für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Abu Dhabi fand im April 2016 in Hamburg statt. Der Großharbacher wurde Zweiter und als Ersatzmann ausgebildet.
Seine Gesellenzeit absoliverte er im elterlichen Betrieb. Seit September besucht er die Meisterschule für Stuckateure in Leonberg, die er im April abschließt und die ihn befähigt, einen Handwerksbetrieb selbstständig zu führen. Zusätzlich liefert der junge Mann weitere handwerkliche Qualitätsnachweise an Kompetenz und Talent. Einen viertägigen Ausscheidungswettbewerb auf der „Bautec“, eine internationalen Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik in Berlin, beendete er als bester Teilnehmer in seiner Disziplin.
Die neun Nationalteam-Mitglieder hatten die Aufgabe, ein Ständerwandmodell in Trockenbauweise herzustellen. An der Deckenfläche des Werkstückes wurde ein Stuckprofil angebracht und im Seitenbereich des Werkstückes eine fest definierte Fläche nach eigenen Ideen mit Putz und Farbe gestaltet. Der Wettbewerb war in vier verschiedene Module aufgeteilt, die den Handwerksnachwuchs als Profi ausweisen. Die Aufgaben unter Zeitvorgabe bauten aufeinander auf. Beim Thema „Trockenbau“ wurde das fachmännische Herstellen einer Unterkonstruktion und anschließendes Beplanken aller Flächen verlangt. Anschließend mussten  die Oberflächen verputzt werden in der vorgegeben Qualität, Kanten und Ecken mit Alu-Eckwinkeln eingebaut und planeben verputzt beziehungsweise gespachelt werden.
Internationaler Vergleich
In der Leistungstufe „Stuck“ bestand die Aufgabe darin, zum Ziehen eines Stuckprofils nach eigenem Entwurf und zum Zuschneiden, Versetzen und Einputzen der Profile. Beim „Freestyle“-Modul mussten die Wettbewerbsteilnehmer innerhalb von drei Stunden eine Fläche mit Putz und Farbe frei gestalten, bei der Alexander Schmidt seine Krea­tivität unter Beweis stellen konnte. Während des viertägigen Wettbewerbs musste jeder Griff sitzen, denn der Zeitdruck war groß.
Dem Sieger Alexander Schmidt wurde für seine tolle Leistung von allen Seiten herzlich gratuliert. Als Bester hat er sich für die Europameisterschaft der Berufe in Budapest qualifiziert. Die „EuroSkills“ finden alle zwei Jahre an wechselnden Austragungsorten statt und werden in vierzig verschiedenen Berufen durchgeführt. Vom 26. bis 28. September werden in Ungarns Hauptstadt rund fünfhundert junge Teilnehmer aus Europa antreten, um sich mit den Besten ihres Berufes zu messen. Alexander Schmidt beginnt nach dem Abschluss der Meisterprüfung mit der intensiven Vorbereitung auf den Wettbewerb, gemeinsam mit Ersatzteilnehmer Carlo Schmid, der mit nur wenigen Punkten Abstand Zweiter in Berlin geworden war.
Dass Alexander Schmidt als Mitglied des Stuckateur-Nationalteams die deutschen Farben bei dem internationalen Wettbewerb vertritt, ist der größte Erfolg für das junge Talent.  Allein schon, dass er sich dieser Hausforderung stellt, hat Bravour verdient. Er wird das deutsche Bauhandwerk in Ungarn hervorragend vertreten und die Gelegenheit beim Schopfe packen, die Wettbewerbsaufgaben mit bestem Erfolg zu lösen. sis

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